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SWEDEX - Lernzielbeschreibungen,
Übersicht
Einleitung |
Zweck der Lernzielbeschreibungen
Dieses Material soll zum Lernen und Lehren der schwedischen Sprache
ermuntern und stellt gleichzeitig auch einen Beitrag zur aktuellen Diskussion
über Lernziele und Unterrichtsinhalte dar. Verständliche und
deutliche Lernziele können, so hoffen wir, zur Systematisierung des
Schwedischunterrichts und damit zu größerem Lernerfolg beitragen.
Gerade das Fehlen eines allgemeinen Lehrplans, der die gesamte Progression
vom Anfängerstadium bis zur Beherrschung der Fremdsprache umfasst,
erschwert häufig das Lernen weniger verbreiteter Sprachen, zu denen
ja auch die schwedische Sprache zu zählen ist. Mit den vorliegenden
Lernzielbeschreibungen für das Prüfungspaket Swedex wollen wir
sowohl Lehrern als auch Lernern sinnvolle Lernschritte anbieten und Bildungsträgern
damit einen Anreiz zur Entwicklung entsprechender und im Vergleich zur
heutigen Situation weiterführender Kursprogramme bieten.
Die Lernzielbeschreibungen beziehen sich auf die Niveaubeschreibungen
des vom Europarat erarbeiteten „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens
für Sprachen“ (siehe auch www.goethe.de/referenzrahmen),
der als gemeinsamer Maßstab und als Instrument für die Standardisierung
des Fremdsprachenunterrichts in Europa entwickelt worden ist. Der Referenzrahmen
enthält u.a. Kompetenzbeschreibungen für sechs Referenzniveaus
(A1, A2, B1, B2, C1 und C2).
In einem ersten Schritt stellen wir nun Lernziele für die Referenzniveaus
A2 und B1 vor, da eine im Rahmen des Swedex-Projektes durchgeführte
Marktanalyse eine europaweite Nachfrage für gerade diese Niveaus
belegt hat.
Besonders würde es uns freuen, wenn diese Lernzielbeschreibungen
Kollegen in Europa zur Erarbeitung ähnlicher Materialien für
andere, wenig verbreitete Sprachen ermutigen würden. So könnte
unsere Arbeit zu einer weiteren Systematisierung des Fremdsprachenunterrichts
in der Europäischen Union und damit auch zur Erhaltung des kulturellen
Erbes beitragen.
Aufbau des Materials
Das Material gliedert sich in zehn Kapitel. Die Rolle des Schwedischen
in der Welt, Szenarien, Umgangssprache und Kommunikationsmuster, kulturelle
Kompetenz, Kommunikationsstrategien, Redemittel, Themen, Wortgruppenliste,
Grammatik sowie Wortschatz. Darüber hinaus stellen wir die Testformate
der Prüfung Swedex vor und erläutern die Entwicklung und den
Hintergrund der Tests sowie deren Relevanz für den Lernprozess. Swedex
bietet Schwedischlernern die Möglichkeit, eine Prüfung über
die erworbenen Schwedischkenntnisse abzulegen. Ein weiteres Material enthält
vollständig Modellprüfungen für Swedex (Niveau A2 und B1)
einschließlich aller Teilprüfungen.
Mit diesem Material wenden wir uns an eine breit gefächerte Zielgruppe.
Wir wollen nicht nur examinierte Schwedischlehrer erreichen, sondern auch
Auslandsschweden, die Schwedisch im Ausland unterrichten, ohne eine eigentliche
Lehrerausbildung zu besitzen. Daher haben wir uns bemüht, die Inhalte
dieses Materials einfach und deutlich und ohne übermäßigen
Gebrauch von Fachbegriffen darzustellen.
Im Folgenden werden einzelne Kapitel kurzgefasst beschrieben.
Szenarien
Bei der Erarbeitung der Lernzielbeschreibungen sind wir von Szenarien
ausgegangen. Szenarien beschreiben das ganze Feld sprachlicher Handlungen,
das für die Kommunikation auf der Ebene der Referenzniveaus A2 und
B1 erforderlich ist. Sie berühren alle Aspekte der (zumeist umgangssprachlichen)
Kommunikation: den Zusammenhang, die Personen, ob das Gespräch informellen
oder formellen Charakter hat, das Verhältnis der Sprecher zueinander,
den Zweck des Gespräches usw.
Umgangssprache und Kommunikationsmuster
Früher gingen die meisten Lehrmittel von der geschriebenen Sprache
aus, da Schriftsprache die einzige analysierbare Quelle darstellte. Dank
der modernen Tonaufnahmetechnik sind wir heute in der Lage auch umgangssprachliche
Kommunikation zu analysieren und einzuordnen. Jene Abschnitte, die sich
mit diesen Aspekten der Sprache befassen, zeigen auch, wie eng Kommunikationsmuster
mit kulturbedingten Wertungen und kulturbedingtem Verhalten verknüpft
sind, wobei einige spezifische Aspekte schwedischer Kommunikation besonders
hervorgehoben werden.
Kulturelle Kompetenz
Um verstehen zu können, weshalb sich Sprecher unterschiedlicher Sprachen
auch unterschiedlich verhalten, muss man sich näher mit der jeweiligen,
dem Verhalten zugrunde liegenden, Kultur des Sprechers beschäftigen.
Jede Sprachgemeinschaft verfügt über eigene kulturelle Wertungen
und Regeln. Die Klassifizierung des kulturbedingten Verhaltens einer Sprachgemeinschaft
ist jedoch schwierig und führt leicht zu übertriebenen Vereinfachungen
oder reinen Karikaturen. Gleichzeitig glauben wir aber, dass es wichtig
ist, Sitten, Gebräuche und Glaubensvorstellungen, welche die Interaktion
zwischen Muttersprachlern bedingen und die in der Regel Ausdruck einer
über Jahrhunderte gewachsenen nationalen Identität sind, zu
verstehen. Wir haben eine Immigrantin, die seit vielen Jahren in Schweden
lebt und Autorin des Buches „Der schwedische Kode“ ist, gebeten,
„das Schwedische“ zu beschreiben. Mag sein, dass auch diese
Beschreibung zu sehr vereinfacht. Schwedischlehrer werden sie aber sicher
interpretieren und zum Ausgangpunkt eigener Betrachtungen über die
schwedische und die Kultur des Gastlandes machen können.
Kommunikationsstrategien
Wenn wir Sprache kommunikativ einsetzen, tun wir dies zumeist, um mit
der Sprache als Mittel etwas zu erreichen. Unsere Ausdrucksweise passen
wir dabei an unseren Gesprächspartner an. Wir bedienen uns manchmal
besonderer Strategien, um unser Ziel zu erreichen: wir setzen unsere Überredungskünste
ein, beschwatzen unseren Gesprächspartner, machen Versprechungen
usw. In diesem Kapitel werden die wichtigsten Kommunikationsstrategien
behandelt, die für die Referenzniveaus A2 und B1 erforderlich sind.
Redemittel
Um Kommunikationsstrategien anwenden zu können, ist es erforderlich,
unsere Intentionen mit bestimmten Wörtern und Wendungen zu vermitteln.
Wir brauchen Ausdrücke, um Versprechungen machen zu können,
um zu widersprechen, um höflich zu unterbrechen usw. In diesem Kapitel
werden Redemittel unter ihren jeweiligen Funktionen aufgelistet.
Themen
In diesem Kapitel wird auf die üblichsten von Lernern im Gespräch
mit Muttersprachlern angeschnittenen Gesprächsthemen eingegangen.
Dies sind u.a. Gesundheit, Familie, Arbeit und aktuelle Geschehnisse.
Wortgruppenliste
Hier werden allgemeine Wortgruppen wie Zeit, Raum, Maßeinheiten
usw. aufgeführt.
Grammatik
Dieses Kapitel enthält zwei Teile: im ersten Teil „Grammatikalische
Kategorien“ wird Sprache als System (Morphologie, Syntax) beschrieben;
im zweiten Teil „Grammatik nach Bedeutungskategorien“ wird
dargestellt, wie Sprache in kommunikativen Situationen verwendet wird.
Neben einem Abschnitt über Wortbildung wird im ersten Teil auch eine
Liste vorgestellt, die Wörter für Jahreszeiten, Wochentage,
Monate usw. enthält.
Wortschatz – alphabetische Wortliste
Die in den Lernzielbeschreibungen verwendeten Wörter sind vom Institut
für Linguistik der Universität Göteborg erarbeitet und
mit Worthäufigkeitslisten für die schwedische Umgangssprache
verglichen worden. Die Wortliste enthält auch Wörter, die in
den Lernzielbeschreibungen sonst nicht vorkommen. Anwendungsbeispiele
werden, wo erforderlich, niveauspezifisch angegeben.
Indem wir diese Lernzielbeschreibungen allen, die sich mit dem Fach Schwedisch
als Fremdsprache befassen, zur Verfügung stellen, hoffen wir, zu
einer weiteren Professionalisierung des Schwedischunterrichts beitragen
zu können. Die Lernzielbeschreibungen sind nicht als Lehrmittel entwickelt
worden und können daher auch nicht als solches eingesetzt werden.
Sie mögen jedoch neuen Lehrwerken als Orientierung dienen und dadurch
zum Schwedischlernen anregen.
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Tony Fitzpatrick
Projektkoordinator Swedex
Übersetzung aus dem Schwedischen und Bearbeitung
von Michael Mania
nach einer Übersetzung aus dem Englischen von Ulla
Nissen. |
* "Modern Languages: Learning, Teaching, Assessment.
A Common European Framework of Reference", Council
of Europe, Strasbourg.
** "Den svenska koden", U. Bruno, Marie Bengts, Silvia Nilson-Puccio.
KnowWare Publications 2001.
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